Grundsätze zur Sortimentsgestaltung

Das Qualitätskriterium Nachhaltigkeit spielt bei unserer Sortimentsgestaltung eine zentrale Rolle. Deshalb nutzen wir unsere Schlüsselposition zwischen Produzenten und Konsumenten, um entlang der Wertschöpfungskette Verantwortung für die Nachhaltigkeit unserer Produkte wahrzunehmen. Unsere Massnahmen kommunizieren wir transparent, um unseren Kundinnen und Kunden das Einkaufen von nachhaltigen Produkten so einfach wie möglich zu machen.

Rohstoff Roadmap

Unsere grössten Auswirkungen auf die Umwelt und die umfassendsten sozialen Herausforderungen liegen in der vorgelagerten Wertschöpfungskette. Um die Verantwortung in der Sortimentsgestaltung wahrzunehmen, setzt sich Lidl Schweiz für kritische Rohstoffe unter anderem ehrgeizige Ziele  und arbeitet mit anerkannten Labelorganisationen  zusammen. Viele der Ziele wurden mit unserem Partner WWF Schweiz vereinbart. Auch im Bereich des Tierwohls machen wir uns stark, indem wir unsere Tierwohlstrategie laufend weiterentwickeln. Wir pflegen dafür einen regelmässigen Austausch mit dem Schweizer Tierschutz STS.

Labelorganisation

Die Labelorganisationen wie Fairtrade Max Havelaar oder UTZ stellen in unterschiedlichem Ausmass sicher, dass bei der Produktion ökologische und soziale Standards eingehalten werden. Sie setzen sich beispielsweise für Arbeitssicherheit und gegen Kinderarbeit ein, fordern faire Löhne und unterstützen Bäuerinnen und Bauern bei der Reduktion von umweltschädlichen Pestiziden. Andere Organisationen fördern wiederum nachhaltigen Fischfang oder setzen sich für eine verantwortungsvolle Waldbewirtschaftung ein. Weitere Informationen dazu findest du in unserer Label-Datenbank.

Herangehensweise

Lidl Schweiz hat kritische Rohstoffe definiert, für die ambitionierte Ziele festgehalten wurden. Bei der Definition der kritischen Rohstoffe wird ein risikobasierter Ansatz gewählt. Entscheidend sind die hohen sozialen sowie ökologischen Herausforderungen und die grossen Mengen des Rohstoffs, welche für die Produkte von Lidl Schweiz eingesetzt werden. Mehr dazu in unserem Positionspapier Unternehmerische Sorgfaltspflicht.

Rohstoff Roadmap als PDF downloaden.

Bio für jedermann - mit unserem Bio Organic Label

Lidl Schweiz möchte den biologischen Landbau langfristig fördern und dessen Produkte für jedermann zugänglich machen. Deshalb bieten wir unter unserem Label "Bio Organic" Bio Produkte an, die für jeden Geldbeutel erschwinglich sind. Welche Richtlinien hinter unserem Bio Organic Label stehen, findest du in unserer Label-Datenbank.

Bio-Forschung

Zusammen mit dem Schweizer Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) engagiert sich Lidl Schweiz in der Forschung für die ökologische Produktion von Lebensmitteln. So unterstützen wir das Projekt „Wissensaufbau und –vermittlung im Bereich Mutter- und Ammengebundene Kälberaufzucht“ für eine tiergerechte und gesunde Aufzucht von Milchkälbern. In den folgenden drei Kurzfilmen wird näher aufgezeigt, wie das Projekt auf den Höfen umgesetzt wird:

Kurzfilm vom Betrieb Schneider & Glauser

Kurzfilm vom Betrieb Beschart

Kurzfilm vom Betrieb Grieder

Die biologische Landwirtschaft

Wichtigstes Ziel im Biolandbau ist das Arbeiten im Einklang mit der Natur, um etwa die Biodiversität und die Bodenfruchtbarkeit aufrechtzuerhalten. Dafür sollen die natürlichen Kreisläufe aufrechterhalten bleiben, indem die natürlichen Abwehrmechanismen von Pflanzen sowie Tieren genutzt und gefördert werden.  So werden Schädlinge in der biologischen Landwirtschaft durch Nützlinge in Schach gehalten und nicht durch chemische Mittel. Unkraut ist unverzichtbar, um beispielsweise wertvolle Hummusschichten zu schützen und Bodenerosionen zu vermeiden. Bereitgestellte ökologische Ausgleichsflächen, wie zum Beispiel Blumenwiesen, stellen wertvollen Lebensraum für Pflanzen und Tiere dar.  

Förderung der biologischen Landwirtschaft

Die biologische Landwirtschaft ist ein wichtiger Eckpfeiler für eine nachhaltigere Produktion von Lebensmitteln. Deshalb bauen wir unser Bio Sortiment unter der Eigenmarke Bio Organic laufend aus. Einen wichtigen Meilenstein haben wir mit der Produkteinführung der Bio Weiderindartikel gelegt. Damit verbinden wir höchste Fleischqualität mit einer tierfreundlichen und ökologischen Aufzucht. Ein weiterer Meilenstein bildet unsere Unterstützung des Forschungsprojekts zu der muttergebundenen Kälberaufzucht des Forschungsinstituts für biologischen Landbau (FiBL).

Herkunft

Produkte aus der Schweiz schmecken nicht nur besonders gut, sie weisen auch eine besonders hohe Qualität auf. Deshalb bieten wir unseren Kunden eine Vielzahl an Schweizer Produkten an - Lidl Schweiz erwirtschaftet über 50 % seines Umsatzes mit Schweizer Produkten. Damit erfüllen wir nicht nur ein Kundenbedürfnis: Die Schweizer Wirtschaft wird gestärkt und kurze Anlieferungswege reduzieren den CO2-Fussabdruck beim Transport.

Monitoring und Transparenz

Lidl steht ein für die hohe Qualität sowie Sicherheit seiner Produkte und macht die Produktion entlang der gesamten Wertschöpfungskette seiner Eigenmarkentextilien und -schuhe nachhaltiger.
Ein Großteil unseres wechselnden NonFood Aktions-Sortimentes wird, wie in der Branche und bei vielen Markenartikeln üblich, in Ländern in Asien, wie z.B. Bangladesch oder China produziert. Trotz beachtlichen Fortschritts und wirtschaftlichen Wachstums in diesen Ländern sind die Umsetzungen von Sozial- und Umweltstandards unterschiedlich ausgeprägt. Gleichwohl erwarten unsere Kunden und wir die Umsetzung sozialer und ökologisch anerkannter Standards in den Fabriken, die für Lidl Eigenmarken produzieren.
Lidl hat einen Code of Conduct entwickelt mit dem Ziel, die sozialen und ökologischen Mindeststandards bei seinen Geschäftspartnern in den unterschiedlichen Ländern zu verbessern. Die Mindeststandards sind Grundlage für die Geschäftsbeziehungen von Lidl mit seinen Vertragspartnern.
Indem wir uns in den Produktionsbetrieben engagieren und den Produktionsbetrieben praktische Hilfestellung leisten, tragen wir dazu bei, die Situation der Beschäftigten vor Ort nachhaltig zu verbessern. Dabei handelt es sich um  ein langfristiger Prozess, der die gesamte Branche herausfordert. Denn die Hersteller der Lidl-Eigenmarkenartikel produzieren auch für andere Handelsunternehmen und internationale Marken. Für dauerhafte Verbesserungen vor Ort müssen sich daher alle Akteure national wie international engagieren und zielgerichtete Massnahmen ergreifen.

Zertifizierung mit einem Nachhaltigkeitslabel

Wenn die Rohstoffe Kakao, Kaffee, Tee, Zellulose und Seafood mit einem anerkannten Nachhaltigkeitsstandard zertifiziert sind, wird die Zertifizierung bis auf wenige Ausnahmen auf dem Produkt ausgelobt. Ausnahmen können Platzmangel auf der Ausstattung oder ein sehr geringer Volumenanteil des Rohstoffs darstellen.

Enthalten Produkte einen relevanten Anteil (ab 2 %) an Fisch und Schalentieren, deklarieren wir gut sichtbar auf einem gelben Feld zusätzlich die Spezies, das Fanggebiet bzw. das Herkunftsland der Zuchtfische und die Fangmethode.

Informationen zum Umgang mit den Produkten

In Ergänzung zu den gesetzlich vorgeschriebenen Inhaltsangaben geben wir  wertvolle Hinweise zum Beispiel  zum Umgang mit rohem Fleisch und Fisch sowie zur Zubereitung, Hygiene und Entsorgung der Produkte. Wichtige Zusatzinformationen wie «enthält Alkohol» heben wir farblich prägnant hervor.

Monitoring der Ziele

Durch ein kontinuierliches Monitoring der Zertifizierung der kritischen Rohstoffe wird der Stand der Ziele nachgehalten und bei Abweichungen wirksame Korrekturmassnahmen ergriffen. In unserem Nachhaltigkeitsbericht und im Leistungsbericht Firmenpartnerschaften von WWF Schweiz wird der Stand der Ziele regelmässig kommuniziert.

Verpackungen

Bis 2025 soll der Plastikeinsatz in unseren Eigenmarkenverpackungen um 20 % reduziert und alle (100 %) unsere Eigenmarkenverpackungen sollen recyclingfähig konzipiert werden. Zusätzlich werden bis Ende 2019 alle Einwegplastikartikel aus dem Sortiment genommen und durch Alternativen ersetzt.
Lidl Schweiz ist Teil von REsetPlastic, der Plastikstrategie der  Unternehmensgruppe Schwarz. Der ganzheitliche Ansatz reicht von der Vermeidung, über Design, Recycling und Beseitigung bis hin zu Innovation und Aufklärung. Dadurch wird der Einsatz von Plastik reduziert und Kreisläufe geschlossen. Mehr unter: www.reset-plastic.com

Vorgehen Verpackungsreduktion

Wenn möglich reduziert Lidl Schweiz Verpackungsmaterial, setzt Recyclingmaterial ein oder ersetzt bestehendes Material durch ökologisch sinnvollere Alternativen. Bei der Entscheidung berücksichtigen wir stets die gesamte Wertschöpfungskette - die Verpackungen sollen von deren Herstellung, über den Gebrauch bis zur Entsortgung eine möglichst geringe Umweltbelastung verursachen.

Funktionen und Grenzen der Optimierung von Verpackungen

Bei der Entwicklung einer Verpackung müssen viele Faktoren beachtet werden, da die Verpackungen unterschiedlichste Funktionen erfüllen müssen: Verpackungen verhindern Schäden beim Transport sowie der Lagerung, schützen das Produkt vor schnellem Verderben und tragen zur Sicherstellung der Hygiene bei. Dadurch kann die Haltbarkeit der Produkte verlängert und damit Food Waste reduziert werden. Bei der Entscheidung, ob eine Verpackung reduziert werden soll, muss die Haltbarkeit besonders beachtet werden, da die Verpackung in der Regel weniger als 5 % der Umweltbelastung eines Produkts ausmacht. Aus diesen Gründen können Verpackungen nicht beliebig reduziert und gewisse Materialien nicht eingesetzt werden.

Unser «Green Bag» für unverpackte Früchte und Gemüse

Seit Ende März 2020 hat Lidl Schweiz landesweit in seinen Filialen den «Greenbag» als ressourcenschonende Alternative zu den Plastiksäckli im Früchte- und Gemüsebereich im Sortiment.  Mit dem wiederverwendbaren Mehrwegbeutel können Kundinnen und Kunden lose Früchte und Gemüse verpacken, transportieren und somit ihren Plastikverbrauch reduzieren.

Lidl Schweiz arbeitet kontinuierlich daran, umweltfreundlichere Lösungen und Alternativen zu Einwegplastik zu entwickeln. Den Mehrwegbeutel bietet der Detailhändler zusätzlich zu den Plastiksäckli für Früchte und Gemüse an, die weiterhin in den Filialen verfügbar sind. Demgegenüber hat der «Green Bag» einen entscheidenden Vorteil: Er kann durch die Langlebigkeit und die Waschbarkeit bei 30 Grad mehrfach für den Einkauf genutzt werden. Der Beutel fasst rund sieben Liter und trägt bis zu fünf Kilogramm Früchte und Gemüse. Durch die mehrfache Nutzung des Green Bags leistet man einen wertvollen Beitrag zum Umweltschutz: Denn bereits ab dem fünften Einsatz zahlt sich der Mehrwegbeutel für die Umwelt aus.